|
Am 13.03.04 gegen 21:30 war es amtlich, die Mehrheit hatte entschieden,
der Schwimm-Club Lichterfelde 1920 e.V. wird sich auflösen
und sich dem SVS anschließen.
Dabei war dieses Vorgehen gar nicht nötig. Denn es hatten sich
15 !! Vereinsmitglieder bereit erklärt, die Aufgaben der Vereinsführung
zu übernehmen. In Anbetracht der jahrelangen Kandidatensuche
ein wohl historisches Ereignis. Aber unser langjähriger Vorsitzender
Ernst Maasser wollte wohl lieber als letzter Vorsitzender unseres
Vereines in die Geschichtsbücher eingehen. Auch zahlreiche
Gespräche im Vorfeld konnten ihn nicht von eingeschlagen Weg
abbringen. Im Gegenteil, er schrieb einen Schmähbrief, der
auf niedrigstem Niveau diejenigen, die nicht seiner Meinung waren,
deformierte. Ein Verhalten, daß einem Vorsitzenden nicht würdig
ist. Schade, daß es soweit kommen mußte.
Ebenso schade, ja nahezu beschämend, war die Abstimmungsveranstaltung
selbst. Es war zwar bemerkenswert, daß sich rund 130 Mitglieder
eingefunden haben, um über die Zukunft des 84-jährigen
SCL zu entscheiden. Ein Umstand der Dank Klaus Menz auch die Deutsche
Telekom erfreut haben wird. Aber leider hatten die Anwesenden wenig
Zeit mitgebracht und wollten unseren Verein innerhalb weniger Minuten
zu Grabe tragen. Sie waren nicht einmal daran interessiert, zu erfahren,
wer denn den neuen Verein führen wird. Eine Vorstellung des
designierten Vorstandes wurde mit "Laßt uns endlich abstimmen"-
und "Wir wollen nach Hause"-Rufen verhindert.
Nun gut, die Mehrheit hat entschieden, und ob im SVS alles besser
und, wie versprochen, preiswerter wird,
wird die Zukunft zeigen.
Für uns Wasserballer ist klar, für uns wird es im Großverein
keine Zukunft geben. Denn für den gesamten Wasserballsport
ist grundsätzlich interessanter, wenn es viele verschiedene
Mannschaften gibt.
Derzeit spielt der SCL mit zwei Mannschaften, die WapoSü, eine
Startgemeinschaft des SSC Südwest und Poseidon, mit einer in
der Bezirksliga. Durch die Fusion würden demnach drei Mannschaften
eines Vereins in dieser Liga spielen. Folglich würden wir 6
x gegen uns selbst spielen. Daß dies nicht sportlich erstrebenswert
ist, liegt auf der Hand.
|
|
Desweiteren ist nicht gesichert, daß alle Spieler nach Auflösung
des SCL auch dem Großverein erhalten bleiben. Im Gegenteil,
einige Spieler sind derart beruflich und familiär eingebunden,
daß es ihnen schon jetzt schwer fällt, aktiv Wasserball
zu spielen. Sie sind dem Verein nur noch treu, weil sie die Mannschaft
aufgrund ihrer jahrelangen Zugehörigkeit nicht im Stich lassen
wollen. Dieses "Wir-Gefühl" geht bei Zusammenlegung
beider Mannschaft verloren.
Außerdem besteht zwischen beiden Mannschaften eine jahrzehntelange
sportliche Konkurrenz, die ein Zusammenwachsen fast unmöglich
macht. Das ist aber für einen Mannschaftssport unerläßlich.
Im Ergebnis wirkt sich eine Fusion nachteilig aus. Demnach mußte
an einer Lösung gearbeitet werden, die beide Mannschaften unabhängig
von einander bestehen läßt. Wir haben versucht, eine
derartige Lösung zu erarbeiten, aber das Ergebnis war immer:
Wenn es einen Großverein gibt, ist eine strikte Trennung der
bestehenden Mannschaften nicht möglich.
So kann es für uns nur heißen, dass wir den Verein verlassen
und uns eine neue Heimat suchen.
Somit hat die Abschiedstournee der SCL-Wasserballer begonnen. Sie
beinhaltet die verbleibenden sechs Punktspiele, zahlreiche Turniere
im gesamten Bundesgebiet und endet am 30. / 31. Oktober 2004 mit
unserem SCL-Abschiedsturnier in der Finckensteinallee.
Interessierte können sich über den Verlauf auf der Seite
www.scl-wasserball.de informieren.
Wir freuen uns auf einen würdigen
Abschied und wünschen allen anderen viel Erfolg im neuen Groß-SVS.

Tobias Knuth
|